
Es ist erklärtes Ziel der Europäischen Union, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung deutlich auszuweiten.
Die deutsche Sägeindustrie leistet bereits heute mit ihren Biomasse-Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung einen erheblichen Beitrag: ca. 150 MW elektrische Leistung entsprechen einem Anteil von knapp 12 % an der Stromerzeugung durch feste Biomasse in Deutschland (1.200 MW elektrisch).
Die klimapolitische Bedeutung der Sägeindustrie ist enorm. Das Hauptprodukt - Schnittholz zum Bauen und Wohnen - wirkt zum einen als CO2 Speicher, jedes Jahr werden dadurch z.B. in Deutschland 25 Mio Tonnen CO2 dem Kreislauf entzogen und z.B. in Holzhäusern "verbaut". Zum anderen substituiert dieses Hauptprodukt andere Werkstoffe, die mit wesentlich größerem Energieaufwand produziert würden - durch Verwendung von Holz werden also CO2-Emissionen vermieden. Holznutzung ist doppelter Klimaschutz: CO2-Speicherung und CO2-Vermeidung.
Einen dritten Ansatz, die vorbildliche CO2-Bilanz der Sägeindustrie weiter zu verbessern, stellt die Stromerzeugung in Biomasse-Kraftwerken dar. Dabei ist die Sägeindustrie bestens geeignet, durch den Bau zusätzlicher Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen das Ziel der EU weiter zu unterstützen - in den Betrieben der Sägeindustrie fällt zum einen der Rohstoff Biomasse direkt an (Restholz aus den verschiedenen Prozessschritten), zum anderen wird Prozesswärme in erheblichem Umfang benötigt (technische Holztrocknung). Diese räumliche Einheit von Rohstoffverfügbarkeit und Wärmenutzung garantiert kürzeste Transportwege für den Brennstoff und kurze Leitungswege für die Prozesswärme und verhindert Energieverschwendung.
Das Potential in der Sägeindustrie für weitere Biomasse-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung ist beachtlich: In Deutschland betreiben über 200 Unternehmen reine Biomasse-Heizwerke, um Prozesswärme für die technische Trocknung ihrer Produkte zu erzeugen, verzichten dabei jedoch auf die Stromerzeugung mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Hier schlummert ein Potential für Kraft-Wärme-Kopplung in ähnlicher Größenordnung wie die bestehenden Kapazitäten (150 MW el.), das nicht ausgeschöpft wird aufgrund bestehender und vermeintlicher Unsicherheiten für die Sägeindustrie nach dem deutschen Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).
Das deutsche EEG in der Fassung 2009 bereitet für die deutsche Sägeindustrie folgende Probleme:
Die europäische Energiepolitik sollte auf folgendes hinwirken:
gez. Klaus Kottwitz, Stand 01.05.2010

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