
Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. Der Stromanteil aus Kraft-Wärme-
Kopplung soll bis zum Jahr 2020 25% betragen.
Die deutsche Sägeindustrie leistet bereits heute mit ihren Biomasse-Kraftwerken mit Kraft-
Wärme-Kopplung einen erheblichen Beitrag: ca. 150 MW elektrische Leistung entsprechen einem Anteil von knapp 12 % an der Stromerzeugung durch feste Biomasse in Deutschland
(1.200 MW elektrisch).
Die klimapolitische Bedeutung der deutschen Sägeindustrie ist enorm. Das Hauptprodukt -
Schnittholz zum Bauen und Wohnen - wirkt zum einen als CO2 Speicher, jedes Jahr werden
dadurch 25 Millionen Tonnen CO2 dem Kreislauf entzogen und z.B. in Holzhäusern "verbaut". Zum anderen substituiert dieses Hauptprodukt andere Werkstoffe, die mit wesentlich größerem Energieaufwand produziert würden - durch Verwendung von Holz werden also CO2-Emissionen vermieden. Holznutzung ist doppelter Klimaschutz: CO2-Speicherung und CO2-Vermeidung.
Einen dritten Ansatz, die vorbildliche CO2-Bilanz der Sägeindustrie weiter zu verbessern,
stellt die Stromerzeugung in Biomasse-Kraftwerken dar. Dabei ist die Sägeindustrie bestens
geeignet, durch den Bau zusätzlicher Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen das Ziel der
Bundesregierung weiter zu unterstützen - in den Betrieben der Sägeindustrie fällt zum einen
der Rohstoff Biomasse direkt an (Restholz aus den verschiedenen Prozessschritten), zum
anderen wird Prozesswärme in erheblichem Umfang benötigt (technische Holztrocknung).
Diese räumliche Einheit von Rohstoffverfügbarkeit und Wärmenutzung garantiert kürzeste
Transportwege für den Brennstoff und kurze Leitungswege für die Prozesswärme und
verhindert Energieverschwendung.
Das Potential in der Sägeindustrie für weitere Biomasse-Kraftwerke mit Kraft-Wärme-
Kopplung ist beachtlich: über 200 Unternehmen betreiben reine Biomasse-Heizwerke, um
Prozesswärme für die technische Trocknung ihrer Produkte zu erzeugen, verzichten dabei
jedoch auf die Stromerzeugung mittels Kraft-Wärme-Kopplung. Hier schlummert ein Potential
für Kraft-Wärme-Kopplung in ähnlicher Größenordnung wie die bestehenden Kapazitäten
(150 MW el.), das nicht ausgeschöpft wird aufgrund bestehender und vermeintlicher
Unsicherheiten für die Sägeindustrie nach dem EEG.
Das EEG in der Fassung 2009 bereitet für die deutsche Sägeindustrie folgende Probleme:
Der BSHD ist derzeit in Kontakt und Gesprächen mit dem Bundesumweltministerium
sowie den politischen Entscheidungsträgern, um diese Investitionshemmnisse für die
Sägeindustrie im Bereich Kraft-Wärme-Kopplung zu beseitigen.
gez. Klaus Kottwitz, Stand 01.03.2010

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