
Die Sägewerke in Deutschland verarbeiten mehr als 41 Millionen Kubikmeter Rundholz jährlich. Davon stammen 98 Prozent aus heimischen Wäldern. Überwiegend sind dies Nadelhölzer. Laubholz – vor allem Buche und Eiche – hat derzeit einen Anteil von rund vier Prozent.
Hauptprodukt der Sägeindustrie ist Schnittholz. Daraus werden Holzbauten, Dachstühle, Holzverpackungen, Fenster, Fußböden, Treppen, Türen und Möbel gefertigt. Derzeit werden in Deutschland jährlich ca. 25,1 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Davon waren im Jahr 2007 24 Millionen Kubikmeter Nadel- und 1,1 Millionen Kubikmeter Laubschnittholz. Hauptabnehmer für Schnittholz ist mit einem Anteil von rund zwei Dritteln die Bauwirtschaft.Viele Sägewerke haben ihr Produktspektrum erweitert und bieten neben Schnittholz auch durch Hobelung, Profilierung oder Imprägnierung veredelte Produkte für die nächsten Verarbeitungsstufen an. Moderne Produkte sind Konstruktionsvollholz (KVH) sowie Duo- und Triobalken, die speziell für die hohen Anforderungen an moderne Bauweisen entwickelt wurden. Sie sind technisch getrocknet und besitzen nur eine geringe Holzfeuchte, wodurch sie extrem luftdicht und wärmedämmend sind und eine hohe Formstabilität erreichen.
In der deutschen Sägeindustrie gewinnt der Export an Bedeutung. Derzeit beträgt die Exportquote ca. 37 Prozent. Rund 8,7 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz und 700.000 Kubikmeter Laubschnittholz werden in alle westeuropäischen Länder, die USA, Kanada und nach Fernost exportiert.
Die heimische Forstwirtschaft bildet mit ihrer „Produktionsfläche“ von rund elf Millionen Hektar die bei weitem wichtigste Rohstoffquelle für die nachgelagerten Branchenzweige der Holzwirtschaft. Die jährlich bereitgestellten Rohholzmengen werden vor allem von der Papier- und Zellstoff-, Holzwerkstoff- und Sägeindustrie aufgenommen. Ein immer größerer Anteil des Holzes wird für die Energieerzeugung genutzt. Das zu Halbwaren verarbeitete Rohholz findet seine weitere Verwendung in den nächst höheren Wertschöpfungsstufen wie dem Holz- und Fertigbau, der Möbelindustrie, dem Holzhandwerk oder dem Handel.
Die Holzwirtschaft besteht neben einigen Großunternehmen der Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Papierindustrie weit gehend aus mittelständischen Betrieben. Dazu gehören Sägewerke, Holzhandel, Möbelwirtschaft, Verpackungs- und Fertigbauindustrie sowie Zimmerer-, Tischler- und Schreinerhandwerk. Größtenteils handelt es sich um inhabergeführte Familienbetriebe, die in ländlichen, strukturschwachen Regionen angesiedelt sind. Damit hat die Holzwirtschaft eine besondere Bedeutung für die regionale Wirtschaftsstruktur und deren Arbeitsmarkt.Die wirtschaftliche Bedeutung der heimischen Holzwirtschaft wird in Zukunft weiter steigen. Ausschlaggebend hierfür ist nicht nur ihre hohe Innovationskraft, sondern auch das vorhandene Rohstoffpotential und die Besinnung auf nachwachsende Rohstoffe zugunsten von Klima und Umwelt. Durch neue Entwicklungen in Technologie und Konstruktion erobert sich die Holzwirtschaft vor allem im Bauwesen ihr einst traditionelles Terrain zurück. Ein weiterer Aspekt: Bei der Be- und Verarbeitung von Holz entsteht kaum Abfall. Alle Nebenprodukte und Reststücke, die bei der Produktion innerhalb einer Branche anfallen, sind wertvolle Rohstoffe für andere Branchen der Holzwirtschaft oder für die eigene Energiegewinnung.
Insgesamt gibt es in Deutschland rund zwei Millionen Waldbesitzer. Die Größenordnung des einzelnen Waldbesitzes reicht dabei von weniger als einem bis zu mehreren 10.000 Hektaren. Für alle aber gilt, dass ihr Wald für sie etwas Besonderes ist. Viele rechnen fest mit den Einnahmen aus dem Holzeinschlag, um ihren Besitz zumindest zu pflegen und zu erhalten. Und gerade im ländlichen Raum dient das eigene Waldstück vor allem zur Deckung des eigenen Bau- und Brennholzbedarfs.
Neben Forstbetrieben und Waldbesitzern gibt es im Sektor Forstwirtschaft mehr als 7.000 forstliche Dienstleistungsbetriebe und Forstunternehmer. Sie sind ebenfalls im strukturschwachen ländlichen Raum angesiedelt und beschäftigen mehr als 20.000 Arbeitskräfte. Rund 2.500 dieser Betriebe sind hoch mechanisierte Dienstleistungsunternehmen, die mit ihren 1.200 Kranvollerntern (Harvester) und 3.000 Tragschleppern (Forwarder) die ganze Palette moderner Forsttechnik anbieten.Der Produktionswert in der forstlichen Dienstleistung liegt bei rund 500 Millionen Euro.
Für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton werden mehr als zehn Millionen Kubikmeter schwache Waldhölzer, die aus Durchforstungen stammen, und Sägereststoffe aus der Sägeindustrie jährlich eingesetzt. Dafür wird das Holz in seine Fasern zerlegt. Geschieht dies auf mechanische Weise, gewinnt man Holzstoff. Unter Einsatz von chemischen Verfahren entsteht Zellstoff.
Insgesamt erwirtschaften in der Branche 71 Betriebe mit rund 15.000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro im Jahr. Produkte sind insbesondere Spanplatten (8,1 Millionen Kubikmeter), so genannte MDF-Platten (Mitteldichte Faserplatten; 5 Millionen Kubikmeter) und OSB-Platten (Oriented Strand Board; 1,1 Millionen Kubikmeter) sowie Sperrholz (175.000 Kubikmeter).
Die Vorteile von Holzwerkstoffen liegen in ihrer Homogenität und Stabilität. Zudem lassen sich platten- und stabförmige Elemente herstellen, deren Abmessungen mit Vollholz nicht erreicht werden können.
Für die Herstellung von Holzwerkstoffen werden etwa 20 Millionen Kubikmeter Holz im Jahr benötigt. Bei der Produktion werden Waldhölzer aus Durchforstungen, Sägenebenprodukte und Gebrauchthölzer verwendet. Auch MDF-Platten werden ausschließlich aus Waldhölzern und Sägenebenprodukten produziert. Zur Fertigung von OSB-Platten sind dagegen frische Waldhölzer erforderlich. In der Holzwerkstoffindustrie werden ferner große Restholzmengen für die Gewinnung von elektrischer Energie und Prozesswärme eingesetzt.Der Trend zur Weiterveredelung der Platten setzt sich innerhalb der Branche fort. Neue Beschichtungskonzepte und die Herstellung von Holzwerkstoffen mit neuartigen Bindemitteln bilden Forschungsschwerpunkte.
In Deutschland sind rund 30 Unternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern überwiegend im Furniersektor tätig. Hauptabnehmer der Furniere sind vor allem industrielle Verarbeiter (insbesondere die Möbelindustrie) und der Handel. Weitere Abnehmer sind der Innenausbau und das Tischlerund Schreinerhandwerk. Das Segment der Automobilindustrie nimmt an Bedeutung zu.
Parkett ist ein klassischer Fußbodenbelag. Es ist dekorativ und sehr widerstandsfähig. Parkett wird den unterschiedlichsten Ansprüchen gerecht und sowohl im Wohnbereich als auch in Industrie- und Gewerbe verwendet. Neben klassischen Einschichtparkettarten (Stabparkett, Mosaikparkett) und neueren Entwicklungen wie dem Hochlamellenparkett haben die Mehrschichtparkettelemente („Fertigparkett“) eine besondere Bedeutung gewonnen.
Für Parkett werden vor allem die heimischen Laub- bzw. Harthölzer Eiche, Rotbuche, Ahorn und Esche verwendet. Nadelholzparkett wird vor allem aus Lärche und Kiefer gefertigt.
130 deutsche Betriebe der Holzpackmittelindustrie beschäftigen rund 6.200 Mitarbeiter. Sie erwirtschaften einen Umsatz von fast einer Milliarde Euro im Jahr. Produziert werden jährlich rund 74 Millionen Paletten. Für die Fertigung von Kisten und Kistenteilen werden rund 900.000 Kubikmeter Holz eingesetzt. Hinzu kommen mehr als 50.000 Kubikmeter Holz für die Produktion von Kabel- und Seiltrommeln.
Paletten und Kisten werden in der Regel aus dimensionierten Holzteilen oder aus Holzwerkstoffen hergestellt. Eingesetzt werden vor allem Fichte, Kiefer, Tanne und Buche. Die Betriebe der Branche bieten zunehmend auch Versanddienstleistungen an, Waren über große Entfernungen in stabilen und handhabbaren Verpackungen zu transportieren.
Holzhandlungen und -fachmärkte beliefern Verarbeiter wie Tischlereien, Zimmereien und Baubetriebe sowie Heimwerker mit einem vielfältigen Sortiment an Holz und Holzprodukten. Dazu zählen Schnittholz, Hobelware, Sperrholz, Spanund andere Holzwerkstoffplatten. Außerdem liefert der Holzhandel Holzbauteile wie Wand- und Deckenverkleidungen, Fassadenverkleidungen und Türen.
Daneben gibt es Spezialisierungen auf den Handel mit Rohholz und Furnier. Der Rohholzhandel liefert Waldholz an Sägewerke, Spanplattenfabriken, Papier- und Zellstofffabriken. Spezialisierte Furnierhändler beliefern Innenausbaubetriebe, Möbelhersteller, Paneel- und Türfabriken.
Die zukünftige Entwicklung im deutschen Zimmererhandwerk, das zur Sparte Zimmerei- und Ingenieurholzbau zählt, ist eng mit einem Zuwachs im Holzbau verbunden: Der Zimmermann positioniert sich zunehmend als umfassender Baudienstleister und Anbieter von Gesamtbaulösungen. Während der Schwerpunkt dieses Handwerks früher vor allem auf der Errichtung von Dachstühlen lag, bieten viele Betriebe heute komplette Holzhäuser nach den individuellen Wünschen der Kunden an.
Wichtig dabei ist die Qualitätssicherung: Alle Betriebe unterliegen einer Eigen- und Fremdüberwachung. Darüber hinaus sind viele Firmen freiwillige Mitglieder in Güte- und Qualitätsgemeinschaften und unterwerfen sich damit den definierten Standards dieser Zusammenschlüsse.
In den rund 100 deutschen Fertig- und Holzhausbaubetrieben erwirtschaften über 13.000 Beschäftigte einen Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro im Jahr.
Wachsend ist der Anteil des Umsatzes, der durch Exporte erzielt wird. Er liegt derzeit bei 8 Prozent. Bei einigen Unternehmen weist er sogar einen Anteil von mehr als 40 Prozent auf. Hauptmärkte sind Österreich, Italien, Frankreich und die Schweiz sowie zunehmend Großbritannien.
Hinzu kommen weitere 11.000 kleine Betriebe mit jeweils weniger als 20 Mitarbeitern und einem Umsatz von weniger als 500.000 Euro jährlich. Hierzu zählen neben industriellen Kleinbetrieben auch die Möbeltischler. Bedeutendste Teilsparten der Branche sind Büro- und Ladenmöbel, Küchen sowie Sitzmöbel. In Europa ist Deutschland der größte Absatzmarkt für Einrichtungsgegenstände.
Die Exportquote der deutschen Möbelindustrie liegt bei 35,5 Prozent. Zwei Drittel der Exporte gehen in EU-Länder. Als Absatzmärkte der Zukunft gelten die neuen EU-Mitgliedsstaaten und Russland.
Schwerpunkte der Branche liegen im Innenausbau und Möbelbau. Hier bieten Tischler und Schreiner individuelle Lösungen nach den Gestaltungswünschen der Kunden. Der fachgerechte Einbau industriell gefertigter Türen, Fenster und anderer Elemente im Innenausbau gehört ebenso zum Leistungsspektrum dieses Handwerks.
Besondere Bedeutung hat bei den Tischlern und Schreinern die Ausbildung von Lehrlingen: Mehr als 23.000 Nachwuchskräfte werden jährlich ausgebildet; das ist eine Ausbildungsquote von ca. 13 Prozent.
Schätzungsweise sind in Deutschland ca. zehn Millionen Holzkamine und -öfen in Betrieb, die mit Scheitholz befeuert werden. Jährlich kommen 20.000 Geräte mit einem Wert von ca. 125 Millionen Euro hinzu. Für das Heizen mit Pellets gibt es über 90.000 Anlagen mit einem Investitionsvolumen von mehr als 1 Milliarde Euro – Tendenz ebenfalls steigend. Weiterhin sorgen 1.100 Biomasseheizwerke mit einer Leistung von jeweils mehr als 500 kW für die Erzeugung von Strom und Wärme aus Hackschnitzeln. Seit 2004 sind im Bereich der Energiegewinnung aus Biomasse rund 250.000 Arbeitsplätze neu entstanden, bei einem jährlichen Umsatz von rund 10 Milliarden Euro.
Rund 210 Unternehmen dieser Branche beschäftigen etwa 22.000 Menschen und setzen 4,3 Milliarden Euro jährlich um. Die international starke Position der Maschinenhersteller zeigt sich darin, dass der Exportanteil bei 74 Prozent liegt und Deutschland einen Welthandelsanteil von 29 Prozent hat. Größte Einzelmärkte für den Export sind die USA, Russland und China.
Für die Aufnahme des Holzes nach Aufarbeitung durch Harvester und Ablieferung an der Waldstraße durch Forwarder ist das Holztransportgewerbe zuständig. Die rund 1.000 Kleinbetriebe mit ihren 3.000 Mitarbeitern erwirtschaften rund 400 Millionen Euro Umsatz im Jahr.
Eine weitere Branche ist die Holzimprägnierung. Die rund 150 Betriebe mit ca. 3.000 Beschäftigten in Deutschland erwirtschaften mit der Herstellung von Holzprodukten für den Einsatz im Garten-, Landschafts- und Spielplatzbau, in der Landwirtschaft sowie für Lärmschutzelemente einen Umsatz von ca. 400 Millionen Euro jährlich. Die Produktionsmenge beträgt mehr als 200.000 Kubikmeter.Im Fenster-, Fassaden- und Haustürenbau sind bundesweit 100.000 Menschen in mehr als 7.000 Betrieben beschäftigt. Sie erwirtschaften einen Umsatz von jährlich 8,5 Milliarden Euro. Mehr als 80 Prozent dieser Unternehmen greifen auf den Werkstoff Holz zurück, bauen daraus reine Holzprodukte oder kombinieren ihn mit anderen Werkstoffen.
Die deutschen Sarghersteller haben zwar unter dem Bevölkerungsrückgang – und damit auch unter einem Rückgang der Sterbefälle – zu leiden, doch produzieren die Unternehmen jährlich mehr als 200.000 Särge und erwirtschaften damit einen Umsatz von ca. 40 Millionen Euro.
Die Klebstoffindustrie liefert ihre Erzeugnisse vor allem an die Holzwerkstoffindustrie zur Herstellung von Span-, MDF-, OSB- und Sperrholzplatten. Doch auch für die Herstellung von Konstruktionsholz – Mittel der Wahl im modernen Holzbau – werden hochwertige Leime benötigt. Darüber hinaus bietet die Klebstoffindustrie eine breit gefächerte Palette von Spezialprodukten zur Herstellung von Möbeln bzw. Möbelelementen. Die ca. 40 im Marktsegment Holz- und Möbelindustrie tätigen Klebstoffunternehmen erwirtschaften mit ihren fast 3.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von annährend 620 Millionen Euro.

Info-Hotline: 030 / 22 32 04 90
Fax: 030/ 22 32 04 89
E-Mail: info@bshd.eu

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